Der Staubsauger ist eine Anschaffung, die jeden Haushalt früher oder später einmal betrifft. Entweder hat der alte Staubsauger seinen Geist aufgegeben oder man zieht um und hat keinen mehr zur Hand.

Wenn man sich dann einen neuen Staubsauger zulegen will, sticht einem bei der Produktbeschreibung meist sofort die Angabe “Maximale Leistung” in die Augen, die dann mit einer Wattzahl beschrieben wird.

Wofür steht die Wattzahl überhaupt?

Die Wattzahl eines Staubsaugers bezieht sich immer auf den Motor des Staubsaugers und dessen Leistung. Der Motor sorgt grob gesagt dafür, dass der Staubsauger überhaupt in der Lage ist Schmutz aufzusaugen.

Allerdings liefert die Wattzahl lediglich Informationen über die Leistungsaufnahme aus der Steckdose, also den Stromverbrauch. Eine hohe Wattzahl deutet deswegen erstmal auf einen hohen Stromverbrauch, sprich hohe Stromkosten hin. Staubsauger der älteren Generation verfügen über bis zu 3000 Watt.

3000 Watt stehen für 3 Kilowattstunden. Eine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge, die bei einer Leistung von einem Kilowatt (kW) innerhalb einer Stunde umgesetzt wird.

Da die Strompreise je Anbieter natürlich variieren, kann man keine pauschalen Kosten für einen Staubsauger als Richtwert nennen. Allerdings wollen wir das Prinzip anhand eines Beispiels für dich deutlicher machen:

2.000 Watt entsprechen 2 kW, das ganze multiplizieren wir mit 0,5h (30 Minuten Saugzeit) = 1 Kilowattstunde. Strompreise werden pro Kilowattstunde berechnet und bei einem Durchschnittswert von 27,75 Cent pro kWh ergibt sich für 30 Minuten Staubsaugen bei 2000 Watt ein Preis von genau 27,75 Cent.

Bei einem Staubsauger mit nur 900 Watt zahlt man bei gleichem Strompreis für 30 Minuten nur 12,49 Cent.

Traditionelle Bodenstaubsauger sind in fast jedem Haushalt zu finden. (Foto: Jarmoluk / pixabay.com)

Neue EU-Richtlinien

2014 wurde erstmals eine neue EU-Verordnung für den Verkauf von Staubsaugern mit unter anderem Grenzwerten bezüglich der maximalen Nennleistungsaufnahme (Wattzahl) und maximalen jährlichen Verbrauch von Kilowattstunden eingeführt, mit dem Ziel den allgemeinen Stromverbrauch zu verringern.

Das sogenannte EU- Energielabel ist seitdem bei jedem neu verkauften Staubsauger zu finden. Seit September 2017 wurden diese Richtlinien dann nochmal verschärft und angepasst.

Mittlerweile darf ein Staubsauger nicht über 900 Watt verfügen, 2014 lag der Grenzwert noch bei 1,600 Watt. Das Energielabel informiert über die Energieeffizienz von Staubsaugern mit unterschiedlicher Wattzahl auf einer Skala von A+++ bis D, wobei A++ am meisten Strom spart.

Viel Watt = Gute Saugleistung?

Getreu nach dem Motto “viel hilft viel” könnte man meinen, eine hohe Wattleistung garantiert auch eine hohe Saugleistung. Natürlich ist ein Staubsauger mit 3000 Watt saugkräftig, nämlich dank hohem Energieverbrauch.

Moderne Staubsauger der neuen Generation kommen aber schließlich mit maximal 900 Watt aus, erzeugen aber eine ebenfalls hohe Saugleistung. Da stellt sich jetzt natürlich die Frage, welche Faktoren noch verantwortlich sind für die Leistung vom Staubsauger.

Wie kann man sonst die Leistung vom Staubsauger bestimmen?

Beim Kauf eines leistungsstarken Staubsaugers sind also andere Faktoren wichtiger als die Wattzahl beziehungsweise die Leistung des Motors. Man sollte einen Blick auf die gesamte Konstruktion des Staubsaugers werfen, da mehrere Faktoren für die Saugleistung verantwortlich sind.

Das Saugrohr ist für die Führung des Luftstroms verantwortlich und die Düse am Ende des Saugrohrs kann je nach der zu reinigender Oberfläche gewechselt werden, da die passenden Düsen bei unterschiedlichen Oberfläche für eine optimale Reinigung sorgen.

Die Auswahl ist hier riesig und es gibt neben der klassischen Universaldüse zum Beispiel eine Fugendüse, die durch ihre schlanke Bauform bestechen kann und dadurch ideal für Fugen, Ecken und Kanten ist und die Polsterdüse, die Matratzen und Sofapolster sauber hält.

Mit Hilfe einer Teppich-Tiefenreinigungsdüse lässt sich auch ein Teppich ideal sauber halten, da diese selbst eingetretenen Schmutz entfernen kann. Spezielle Schondüsen für Parkett und Laminat sind mit FIlz versehen und verhindern so, dass empfindliche Böden beschädigt werden.

Um die volle Leistung eines Staubsaugers auszunutzen, ist es außerdem empfehlenswert, wenn sich diese regulieren lässt. Das kann entweder elektronisch  über einen Schalter oder eine Automatik eingestellt werden. Verschiedene Oberflächen, wie Teppichböden, Fliesen oder Polstermöbel benötigen neben den passenden Düsen auch eine unterschiedlich starke Saugkraft.

Dann sollte ein Staubsauger für eine starke Saugleistung auch über unterschiedliche Filterstufen verfügen. Denn eine starke Saugleistung nützt nur wenig, wenn der Staub der eingesaugt wurde, hinten wieder herauskommt.

Daher sollte ein qualitativ hochwertiger Staubsauger über mehrere Filterstufen verfügen:

  • Der Hauptfilter, der den gröberen Staub und Schmutzpartikel filtert und entsorgt wird, wenn er voll ist. Er sollte eine doppelte oder dreifache Wand haben, was bei neuen Modellen aber meist der Fall ist.
  • Der Motorschutzfilter, der dafür sorgt, dass Staub und Schmutz nicht ins Gebläse gelangen und den Motor irgendwann beschädigen. Dieses Vlies fängt ebenfalls gröberen Schutz auf und muss nur ab und an gereinigt oder ausgetauscht werden.
  • Sogenannte Mikrofilter, die die kleinen Staubpartikel auffangen und festhalten. Der HEPA-Filter geht noch eine Stufe weiter und hält mikroskopisch kleine Schwebstoffe (unter anderem Bakterien oder Milbenkot) zurück und ist für Allergiker unverzichtbar.
  • Haushalte mit Rauchern oder Haustieren können dann noch darauf achten, dass der neue Staubsauger einen Aktivkohle-Filter besitzt, der schlechte Gerüche bindet.

Entscheidet man sich, einen Staubsauger mit Beutel zu kaufen sollte man außerdem darauf achten, den Beutel regelmäßig zu wechseln. Denn: je voller der Beutel, desto schwächer die Saugleistung. Staubsauger ohne Beutel haben dieses Problem in der Regel nicht.

Fazit – Was sagt die Wattzahl bei Staubsaugern aus?

Die Wattzahl ist bei heutigen, modernen Staubsaugern nicht mehr so sehr von Relevanz und dank EU-Regulierungen generell rückläufig. Wer früher noch auf seinen langlebigen Staubsauger mit 2000 oder 3000 Watt geschworen hat, wird feststellen, dass ein moderner Staubsauger mit nur 650 Watt auskommt.

Moderne Techniken wie Saugdüsen, Saugkraftregulierungen und Filterstufen sind optimiert worden und ermöglichen gleiche Saugkraft mit weniger Energieaufwand.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ueberwachung-vorsicht-der-staubsauger-hoert-mit-kolumne-a-1167505.html


[2] https://www.die-stromsparinitiative.de/stromspar-tipps/stromsparende-staubsauger/staubsauger-watt-leistung/index.html

Bildquelle: unsplash.com / Mark So

Bewerte diesen Artikel


15 Bewertung(en), Durchschnitt: 3,50 von 5
Redaktion

Veröffentlicht von Redaktion

Die Redaktion von MEISTERSAUBER.de recherchiert und schreibt informative, verständlich aufbereitete Ratgebertexte zu den verschiedensten Themen- und Aufgabengebieten.